
Weihnachtsgeschäft vorbereiten: Gutscheine ab September
Das Dezembergeschäft wird im September entschieden. Ein Zeitplan, der auch dann funktioniert, wenn du dich gegen Software entscheidest.
Kurz gesagt
Fang im September an. Bis Mitte November müssen zwei Dinge stehen: eine Zahlungsmöglichkeit, die ohne dich funktioniert, und eine Zustellung, die sofort passiert.
Alles andere ist Feinschliff und kann warten.
Warum der Dezember im September entschieden wird
Die Nachfrage nach Geschenkgutscheinen ist extrem ungleich verteilt. Ein großer Teil des Jahresgeschäfts fällt in die letzten zehn Tage vor Heiligabend, und ein auffälliger Anteil davon in die letzten drei.
Das ist genau der Zeitraum, in dem du am wenigsten Kapazität hast. Dein Kalender ist voll, dein Team ist am Limit, und niemand richtet zwischen zwei Behandlungen eine Zahlungsanbindung ein.
Wer im Dezember anfängt, verkauft in diesem Dezember nichts mehr. Nicht weil die Einrichtung so lange dauert, sondern weil sie Aufmerksamkeit braucht, die dann nicht da ist.
Welcher Weg überhaupt zu deinem Studio passt, steht im Vergleich der vier Wege, Gutscheine online zu verkaufen. Dieser Beitrag setzt die Entscheidung voraus und kümmert sich nur um den Zeitplan.
Der Zeitplan
Von September bis Januar
September, Angebote festlegen
Welche Gutscheine bietest du an? Feste Beträge verkaufen sich besser als ein leeres Eingabefeld, weil sie dem Käufer die Entscheidung abnehmen. Drei bis fünf Stufen reichen.
Lege hier auch die Gültigkeit fest. Kurze Fristen sind rechtlich heikler, als die meisten annehmen.
Oktober, Zahlung und Rechnung
Zahlungsanbindung einrichten und mit einem echten Kauf über einen kleinen Betrag testen. Rechnungsdaten hinterlegen: Firmierung, Adresse, Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID, Kleinunternehmerstatus, Rechnungsnummernkreis.
Das ist der unangenehmste Teil. Deshalb steht er hier und nicht im Dezember.
November, sichtbar machen
Bis Mitte November gehört der Gutschein auf die Website, in die Instagram-Bio, in die E-Mail-Signatur und an die Rezeption. Welche Art der Einbindung dafür die richtige ist, hängt davon ab, wie sichtbar der Gutschein sein soll.
Danach ein vollständiger Testkauf mit einem fremden Gerät: kaufen, E-Mail abwarten, den Gutschein öffnen, den QR-Code scannen, einlösen. Der ganze Weg, einmal.
Dezember, laufen lassen
Jetzt nichts mehr umbauen. In dieser Phase änderst du höchstens Preise oder schaltest ein Angebot ab.
Januar, die Einlösewelle
Was im Dezember verkauft wurde, kommt im Januar und Februar zurück. Plane dafür Kapazität ein, und stelle sicher, dass dein Team Gutscheine sicher einlösen kann.
Warum die letzten Tage online entschieden werden
Am 22. Dezember um 21 Uhr sitzt jemand auf dem Sofa und stellt fest, dass ein Geschenk fehlt. Diese Person hat noch drei Optionen: einen Gutschein, der sofort ankommt, etwas aus dem Regal am nächsten Tag, oder gar nichts.
Dein Anrufbeantworter ist keine dieser Optionen. Ein Kontaktformular mit der Zusage, sich am 27. zu melden, auch nicht.
Das ist der eine Punkt, an dem digitale Gutscheine dem Papiergutschein sachlich überlegen sind: nicht weil sie moderner sind, sondern weil sie in dem Moment verfügbar sind, in dem gekauft wird. Sorge deshalb dafür, dass die Bestätigungs-E-Mail sofort kommt und der Gutschein darin so aussieht, dass man ihn ohne Scham weiterleiten oder ausdrucken kann. Er ist das Geschenk.
Drei Dinge, die vorhersehbar schiefgehen
Die E-Mail landet im Spam. Prüfe im November, ob deine Bestätigungen zugestellt werden, und zwar an eine Adresse bei einem großen Anbieter, nicht nur an deine eigene.
Niemand findet den Gutschein. Ein Menüpunkt heißt „Gutscheine“, nicht „Angebote“ oder „Sonstiges“. Und er gehört in die Hauptnavigation, nicht in den Fußbereich.
Der Preis passt nicht zur Leistung. Wenn deine gängigste Behandlung 75 Euro kostet, ist ein 50-Euro-Gutschein ein halbes Geschenk und ein 100-Euro-Gutschein eine Hürde. Orientiere die Stufen an deiner echten Preisliste.